Überprüfung der Inhaberinformationen bei globalen Top Level Domains (com, net, org, biz, info usw.)

Als Ergebnis des ICANN-Treffens 2013 in Peking ist die die Registrierung von Domainnamen deutlich aufwendiger und bürokratischer geworden. Das gilt vor allem im Hinblick auf die Überprüfung der Korrektheit der Inhaber-Angaben zu einer Domain.

Die ICANN ist als Stiftung organisiert und akkreditiert weltweit die verschiedenen Vergabestellen, die sogenannten Registries, die für die diversen Top Level Domain wie org, net, biz oder com zuständig sind. Die Registries wiederum vertreiben die Domainnamen über Registrare. Das sind Unternehmen, bei denen Kunden einen Domainnamen unter der gewünschten Top Level Domain anmelden können.

Im Zuge von Neuregelungen sind die Registrare seitdem verpflichtet, die Daten der Kunden (Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse) nicht nur abzufragen, sondern auch zu überprüfen. Dafür gibt es einige Vorschriften, nach denen zu bestimmten Anlässen die Inhaberdaten neu überprüft werden müssen. Wer als Registrar dagegen verstößt und den Prüfpflichten nicht nachkommt, setzt sich der Gefahr aus, die Akkreditierung der Registry und damit die Geschäftsgrundlage zu verlieren.

Mit solchen Hürden will man die Cyberkriminalität erschweren. Es soll nicht mehr so ohne weiteres möglich sein, aufgrund von Phantasiedaten eine Domain zu registrieren, die man dann für illegale Zwecke einsetzt. Allerdings ist es so auch deutlich schwerer geworden, eine Website anonym zu betreiben, was hierzulande für regierungskritische Blogger zum Beispiel nicht das größte Problem ist. In autoritären Staaten sieht dies allerdings ganz anders aus.

Mit einer Reihe von Richtlinien möchte die ICANN die Korrektheit der Daten sicherstellen. So soll einmal pro Jahr dem Domaininhaber ein Auszug der Inhaberdaten übermittelt werden. Diese Übermittlung wird ergänzt mit einer Erinnerung, dass diese Daten korrekt sein müssen. Andernfalls drohe die Deaktivierung oder Löschung dieses Domainnamens. Dies ist in der Whois Data Reminder Policy hinterlegt (https://www.icann.org/resources/pages/registrars/consensus-policies/wdrp-en).

Es gibt noch weitere Situationen, in denen der Registrar eine Standard-E-Mail an den Domaininhaber sendet. Dies ist beispielsweise bei einer Domainübertragung der Fall. Wie die Domainübertragung formell auszusehen hat, ist in einer entsprechenden ICANN-Richtlinie festgelegt (https://www.icann.org/resources/pages/policy-2012-03-07-en).

Aus diesem Grund sollten die Angaben, die für die Domain hinterlegt sind, korrekt sein. Zunächst ist die E-Mail-Adresse sehr wichtig. Man sollte unbedingt sicherstellen, dass Mails über diese Adresse zugestellt werden können. Eine "Einmaladresse" oder "Wegwerfadresse" wie man sie zur Spamprävention einsetzt, ist absolut ungeeignet. Es ist wichtig auf entsprechende Anfragen zu reagieren. Wenn die Reaktion des Domaininhabers ausbleibt, kann es sein, dass die Domain nicht mehr erreicht werden kann. Wenn diese Phase erreicht ist, wird es sehr aufwendig, gegenüber der Registry bzw. dem Registrar darzulegen, dass man der berechtigte Inhaber dieser Domain ist.

Vorsicht ist auch bei Umzügen (Änderung der Anschrift) geboten. Hier ist es wichtig, die Whois-Daten ändern zu lassen.
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